Neuer Rundfunkbeitrag auch in Irland

Nun soll also auch in Irland anstatt der bisherigen TV-License ein allgemeiner Rundfunkbeitrag eingeführt werden, so teilte es der Minister für Kommunikation, Pat Rabbitte, mit. So wie bereits in Deutschland seit Januar 2013 jeden Monat € 17,98 pro Haushalt zu entrichten sind, soll es ab 2014 auch jedem Bewohner der Grünen Insel an das verdiente Geld gehen. Ob man einen Fernseher besitzt oder nicht, egal! Und genau das ärgert mich, denn unser Haushalt ist bewusst TV frei.

Irgendwie war es ja klar, denn Erstens zahlen nicht alle TV Besitzer die ca. € 160 pro Jahr, Zweitens braucht die Irische Regierung viel Geld um die Löcher zu stopfen und Drittens funktioniert es ja in anderen Ländern auch. Warum also die neue Pauschalrundfunkgebühr nicht in Irland einführen? Schlimm ist allerdings, daß die vor kurzem beschlossenen Abgaben, wie für Wasser und Immobilien beispielsweise, noch garnicht ganz umgesetzt sind und bereits die nächste Idee zum absahnen präsentiert wird. Die Regierung und die öffentlich rechtlichen,  angeführt von RTE, werden sich die Hände reiben.

Irland und der EU-Fiskalpakt

Am 31. Mai geht es zur Sache, denn da dürfen die Iren über den EU-Fiskalpakt abstimmen. Dieses Referendum wird entscheiden ob  Irland dem EU-Pakt beitritt und damit den Finanzgürtel enger schnallen und mehr Disziplin im Haushalt einkehren lassen muss. Momentan wird viel Druck von Seiten der Politiker sowie den Medien ausgeübt um das eher auf  „Nein“ eingestellte Volk doch noch zu einem hoffnungsvollen „Ja“ zu bewegen. Viele Bürger sind aber einfach nur verunsichert, verwirrt und verdammt schlecht informiert. Um dem Abhilfe zu schaffen werden momentan an jeden irischen Haushalt Broschüren mit entsprechenden, leicht verständlichen, Eckdaten zum europäsichen Stabilitätspakt verteilt.

Wir haben unseren „Guide“ am letzten Wochenende erhalten!

Eingehende Suchbegriffe:

Luke soll sein Name sein

Eine junge deutsche Frau, mitte 20, brachte in der vergangenen Woche in Dublin ein Baby zur Welt. Soweit klingt das nach einer nicht sonderlich aufregenden Geschichte. Dieses Baby, ein Knabe, erblickte in einer Herberge das Licht der Welt. Etwas ungewöhnlich aber dennoch nicht ganz außergewöhnlich. Das diese junge Mutter allerdings bereits zwei Tage später in einem Flugzeug nach Frankfurt sitzt und ihr Neugeborenes im Zimmer eines Dubliner Gästehauses (The Glen Guest House) zurücklässt ist dann doch eher unnormal. Der Säugling wurde erfreulicherweise nur wenige Stunden später von einer Reinigungskraft gefunden. Der kleine Kerl ist seit dem irischer Staatsbürger und unter Obhut der Gesundheitsfürsorge (HSE).

Die verwirrte und verzweifelte Mutter wurde zwischenzeitlich in Deutschland psychiatrisch behandelt und möchte nun mit Unterstützung ihrer Eltern nach Irland zurück kommen um mit ihrem Sohn wiedervereint zu sein.

Luke soll sein Name sein!

Wir wünschen den beiden jedenfalls alles gute und viele schöne gemeinsame Momente.

Viellicht schafft sie es ja auch noch ihr angefangenes Studium am University College Dublin (UCD) fortzuführen.

 

Ene mene muh und raus bist du!

Wiedermal geht eine Geschichte durch die Medien wie sie, aus meiner Sicht, nicht irischer und passender für diese Zeit sein könnte. Es geht um ein älteres Ehepaar, Brendan (71) und Asta (63) Kelly die sich in den Boom-Jahren im Süden Dublins ein Haus im damaligen Wert von € 3,7 Millionen gekauft haben. Dafür mussten die beiden eine Hypothek von ca. € 2,0 Millionen von der Bank aufnehmen. Dieses Geld galt es natürlich zurück zu zahlen, was den Kelly´s leider nicht gelang und die Anglo Irish Bank durch die ausstehenden Zahlungen nicht sehr glücklich stimmte. Vor zwei Jahren wurde dem älteren Pärchen dann ein  Pfändungsbeschluss zugestellt, welchen sie offensichtlich gekonnt ignorierten oder die Raten schlichtweg immernoch nicht zahlen konnten oder wollten.

Am gesterigen Tage hatte das ganze ein Ende, es erfolgte eine Zwangsräumung. Brendan und Asta mussten daraufhin (angeblich) eine Nacht auf der Straße verbringen. Sie beklagen sich, daß die Bank nicht über einen weiteren Aufschub mit ihnen verhandeln wollte obwohl Brendan versicherte, daß sich ihre Finanzen in den letzten Woche ein wenig verbessert hätten.

Erschüttert und traurig über das Schicksal der beiden älteren Herrschaften hat sich Tánaiste Eamon Gilmore (Vize-Ministerpräsident und Vertreter des Taoiseach) sofort zu dem Thema öffentlich geäußert. Er möchte schnellstmöglich mit den Kelly’s in Kontakt treten um eine Lösung zu finden.

Mitleid? Nein, danke….  Nicht von mir!

Wie bekloppt muss man sein, als älteres Pärchen ein Haus führ mehrere Millionen zu erwerben, €2 mio als Hypothek aufzunehmen und sich später wundern, daß man es nicht zurückzahlen kann?
Haben die Kelly’s verschwiegen, daß sie noch weitere Immobilien besitzen und vermieten?
Wenn seit zwei Jahren der Pfändungsbeschluss auf dem Tisch liegt, warum will man dann erst kurz vor Zwangsräumung mit der Bank über einen Aufschub verhandeln?
Kümmert es sonst auch nur einen Politiker wenn es sich hier um eine einfache Familie handeln würde?

Aktuelle Zahlen der Krise

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Irish League of Credit Unions (ILCU) und der Forschungsgesellschaft iReach geben Aufschluss darüber wie es momentan in vielen irischen Haushalten finanziell aussieht.

Hier ein paar Zahlen:

  • Bis zu 47% der Erwachsenen in Irland haben weniger als €100 im Monat übrig, nachdem alle Rechnungen bezahlt wurden.
  • Etwa 28% aller Hauseigentümer können es sich nicht leisten die Household charge in Höhe von €100 zu bezahlen.
  • Aufgrund von erhöhten Benzin Preisen und Kraftfahrzeugsteuern haben 45% schwierigkeiten die Kosten für ihr Auto aufzubringen.
  • 7% der motorisierten Verkehrsteilnehmer ziehen es in Betracht ihr Fahrzeug zu verkaufen.
  • 57% aller Befragten die Probleme haben ihre Rechnungen zu bezahlen sagten, daß sie „Leben um zu arbeiten“ anstatt „Arbeiten um zu leben“.
  • 74% der Erwachsenen nannten die Hypothek oder Miete als grösste monatliche Ausgabe. Direkt gefolgt von Kosten für Lebensmittel

Ich frage mich ernsthaft wo das ganze noch hinführen soll besonders im Hinblick auf weitere Steuererhöhungen, Haushaltssparpakete und Gehalts- sowie Fördergeld Kürzungen.

 

Hauseigentümer sollen Installation der Wasseruhr selbst bezahlen

„Guten Tag, hier spricht ihr Wasserversorger. Wir möchten Sie darauf hinweisen, daß ab 2014 das Wasser, welches im Haushalt verbraucht wird, bezahlt werden muss.“

„Hallo, ja davon habe ich bereits gehört. Nur frage ich mich warum ich für Wasser bezahlen soll das erstens keine Trinkwasser Qualität hat, zweitens mit nur minimalem Druck aus der Leitung kommt, so das ich mit Pumpen nachhelfen muss und drittens die Versorgung regelmässig zusammenbricht und teilweise für mehrere Tage kein Wasser aus dem Hahn kommt?“

„Das ist in Europa so, da zahlt bereits jedes Land für die Wasserversorgung. Außerdem benötigen wir Geld um die veralteten Rohrleitungssysteme zu erneuern, es soll ja nicht so viel verloren gehen, der Umwelt zu liebe.“

„Gut das Sie es ansprechen. In den Medien habe ich gehört, daß bereits 70% des Brauchwassers bereits auf dem Weg zum Verbraucher im Boden versickern und verloren gehen.“

„Ja, wie gesagt, genau das wollen wir mit dem erwirtschafteten Geld dann ja reparieren und beheben.“

„Warum wurde das denn nicht in den Jahren des Celtic Tiger durchgeführt, als ausreichend Geld in den Kassen war?“

„Darauf kann ich leider keine Antwort geben. Jedenfalls muss im Zuge der Wassergebühr eine Wasseruhr in ihrem Haus eingebaut werden.“

„Ja gut, dann schicken sie halt jemanden vorbei der das Ding installiert.“

„Das werden wir tun. Ich möchte aber noch auf die Gebühr in höhe von €300 hinweisen, welche vom Hauseigentümer zu bezahlen ist und die Kosten decken soll.“

„Ach, Sie meinen also, ich soll €300 bezahlen damit ich ab 2014 auch das Wasser bezahlen kann….?“ Legt auf…..

So oder ähnlich könnte ich mir ein Telefonat zwischen einem Hausbesitzer in Irland und seinem Wasserversorger vorstellen wenn es um das Thema „Water Charge“ geht. Diese soll ab 2014 eingeführt werden und sorgt bereits seit Monaten für Aufregung. Wie jetzt bekannt wurde soll der Bürger selbst für die Installationskosten der Wasseruhr, in Höhe von €300, aufkommen. Soweit mir bekannt ist, soll es in Irland keine Firma geben die diesem Projekt gewachsen ist und so wird der Auftrag wohl an ein ausländisches Unternehmen übertragen. Schade, denn damit wären die Arbeitsplätze und das Geld im eigenen Land geblieben.

Mal sehen was sich der Staat noch so alles einfallen lässt!

 

Eingehende Suchbegriffe:

Romantik ist was Du daraus machst

Er schenkte seiner Frau zu Weihnachten eine Autowäsche im Wert von €10 und ein Memory-Foam Kissen („Schaum mit Erinnerungsvermögen“) und hat sich damit den Titel des „Unromantischsten Mann Irlands 2012“ verdient.

Der Herr aus Limerick, Gary Constable, wurde von seiner Frau nominiert, die nicht besonders glücklich über die Geschenke war. Bereits bei der Hochzeit mit seiner Frau Katrena hatte er ein Schnäppchen gemacht indem er entschied sich spontan bei einer USA Reise in einem New Yorker Standesamt vermählen zu lassen. Das ganze gab es für schlappe $57 mit zwei Trauzeugen die gerade mal so der englischen Sprache mächtig waren.

Da soll noch mal jemand sagen das wir Männer nicht sparen könnten.

Besonders in Zeiten von Rezession, Finanzkrise und Geldknappheit muss man mal etwas kürzer treten können 😉

Irlands neue Haushaltssteuer – Household Charge

Protest Plakate gegen die neue Houshold Charge

Irgendwie hatte sich die irische Regierung das mit der neuen Besteuerung von Wohneigentum anders vorgestellt. Das es nicht leicht werden würde dem Bürger in den momentan schlechten Zeiten eine zusätzliche Zahlung von €100 aufzuerlegen, konnte man sich vorstellen. Das es allerdings solch ein Desaster ergeben würde, konnte und wollte vermutlich keiner erahnen.

Um die leeren, durch die Banken und Finanzkrise gebeutelten, Staatskassen wieder aufzufüllen hatte sich die irische Regierung entschlossen eine Steuer auf Wohneigentum zu erheben, welche es bis dato noch nicht gab. Diese trat am 01. Januar 2012 in Kraft und dem Bürger wurde ein Frist von 3 Montaen zur Zahlung der Abgabe in Höhe von € 100 eingeräumt. Nun könnte man erwarten das diese Forderung per Rechnung, zugestellt durch die Post, eingefordert werden würde . Da es in Irland aber keine Zentrale Datenbank gibt in der alle Eigenheime und deren Besitzer erfasst sind, sollte sich jeder selbständig über eine dafür eingerichtete Internseite registrieren und seinen Obulus bezahlen. Für viele ältere Menschen und jene ohne Internetanschluss war das schwierig und ungewohnt. Also wurden zusätztlich die Möglichkeitzen eingeräumt, Zahlung und Registrierung auch in den Postämtern und den Büros der Gemeinden durchzuführen.

Während bereits einige fleissig bezahlten entflammte bei vielen hingegen der Zorn und ein Unverständniss wegen dieser zusätzlichen und aus vieler Sicht unberechtigten Steuer. Besonders wurde gegen die Registrierung gewettert, denn dadurch hätte die Regierung freie Hand um in den kommenden Jahren die Gelder gezielt einzutreiben und den Abgabensatz entsprechend nach ob hin anzupassen. „Heute sind es 100 Euro und in drei Jahren vielleicht schon 500 Euro“ spekulierten viele Gegner der Household Charge.

Zur Frage der sinnvollen Verteilung und Nutzung der ca. € 140 Mio. gab es zwar Antworten aus Dublin aber diese waren fast alle sinnfrei und schnell zu wiederlegen. Laut Regierung sollte das Geld in die einzelnen Gemeinden zurück fliessen und zur Unterstützung von Müllabfuhr, Swimming Pools und Büchereien, um nur wenige zu nennen, genutzt werden. Wenn man das liest fühlt man sich recht schnell für Dumm verkauft, denn ich Beispielsweise zahle für die Abholung des Hausmüll durch eine private Firma, öffentliche Schwimmbäder gibt es im Umkreis von 50km keine und die Bücherei verlangt ja auch einen ordentlichen monatlichen Mitgliedsbeitrag. Auch für die Beleuchtung der öffentlichen Straßen und Wege soll das Geld eingesetzt werden. Da frage ich mich doch wozu ich monatlich eine Abgabe an meinen Stromanbieter bezahle, welche genau dafür hergenommen wird. Der Staat bzw. die lokale Gemeinde kümmert sich in meiner Wohngegend nicht darum wenn eine Glühbirne der Straßenlaterne ausgetauscht werden muss.

Das Resultat war letztendlich, daß bis zum Stichtag am 31.03.2012 nur etwa die Hälfte aller Zahlungspflichtigen der Zahlungsaufforderung nachgekommen sind. Für die Protestler ein voller Erfolg, für den Staat eine Pleite auf ganzer Linie mit dem Beigeschmack, eine „Ohrfeige“ vom Volk bekommen zu haben.

Jetzt herrscht natürlich grosses Räteslraten, was schiefgelaufen ist, wer als Schuldiger herhalten soll und wie man weiter mit der Situation umgehen soll, kann, muss!

Es ist noch nicht ausgestanden…

Eingehende Suchbegriffe:

2 Millionen sind im Pot

Wenn ich mir die Nachrichten zum Thema Irland momentan so ansehe möchte ich am liebsten die Zeitung oder den Laptop zuklappen und einfach sagen, „Es geht mich nix an“.

Krawalle in Belfast, Ausländer Schuld an schlechter Wirtschaftslage, 10 neue Jobs werden in Dublin geschaffen (Lobpreiset die Firma dafür) und wenige Tage später werden 150 Arbeitsplätze gestrichen (Nur nicht drüber reden, sonst wird man noch als negativ eingestuft), die Politiker stecken sich die „schwarzen Peter“ gegenseitig in die Taschen, Vetternwirtschaft floriert so gut wie nie und Irland ist unter den Spitzenreitern der Drogentoten in Europa. Ach ja, überbezhalt sind hier ja sowieso alle, sagt eine neue Studie.

Was soll ich denn davon auf AOWAO schreiben? Dafür brauch ich erstmal 2 Wochen um es persönlich zu verarbeiten.

Einziger Lichtblick: Der Mittwochs Lotto Jackpot von € 2 Mio. wurde nicht geknackt…   schade nur das ich nicht am Glücksspiel teilnehme.

Irlands Hauspreise immer noch im Keller – Quartal 1/2011

Eine der grössten irischen Internethandelsplattformen für Immobilien, Daft.ie, veröffentlichte vor kurzem die durchschnittlichen Verkaufspreise für Häuser im ersten Quartal 2011. Die folgende Tabelle zeigt den Durchschnittspreis für ein Haus mit 3 Schlafzimmern aufgeteilt in Counties und Regionen.

Am günstigsten kaufte man, den Daten zu folge, im County Longford gefolgt von Roscommon auf Platz Zwei. Im Süden Dublins muss man für eine identische Immobilie hingegen das dreifache bezahlen und ist damit die teuerste Region Irlands.

Irlands Hauspreise immer noch im Keller – Quartal 1/2011 weiterlesen

Eingehende Suchbegriffe: