Heute war wieder so ein Tag den man unter dem Motto “Erfolglos aber informativ” ins Tagebuch ablegen kann. Die mir selbst gestellte Tagesaufgabe war recht einfach aber offensichtlich doch knifflig genug. Kurz zur Erklärung der Situation: Mein Arbeitgeber hat seinen Sitz in England. Ich wiederum lebe und arbeite in Irland, was mich vom Gesetzgeber her verpflichtet, mein Einkommen in Irland zu versteuern. So weit, so gut. Oder wie die Engländer sagen würden “So far so good”. Um meiner steuerlichen Verpflichtung entsprechend nachzukommen suchte ich am heutigen Tage einen Steuerberater (Accountant) auf den ich über das Internet auserkoren hatte. Da stand ich nun in seinem Büro und erläuterte meine momentane Situation, die Ihm aber von Wort zu Wort befremdlicher vorzukommen schien. Die letztendliche Reaktion war ein fragender Blick und der folgende Satz “Damit kenne ich mich nicht aus, geh doch mal in das Steuerbüro um die Ecke”. Gesagt getan.
Raus aus dem Büro, auf die Strasse, rum um die Ecke und ab in das empfohlene Steuerbüro.
Es war wie eine Zeitreise! Hellbraune Tapeten mit Vorkriegs-Muster klebten an den Wänden, ein schwerer Holz Schreibtisch mit schwarzer Leder-Auflage in der Mitte und drum herum Berge von Akten in braune Papp-Einbände geschnürt. Kein Computer, kein Flachbildschirm, nicht mal ein Regal zur Ablage von Ordnern.
Willkommen im Jahre 1930…
Hinter dem Schreibtisch saß ein kleiner alter Mann der sich geduldig anhörte warum ich zu ihm gekommen war. Als hätte ich es geahnt, erklärte er mir eifrig, daß mein Wunsch nicht in seinem Aufgabenbereich liegt. Er kenne sich mit Firmen in “Übersee” nicht aus und bevor er etwas falsches macht, macht er lieber nichts. Gute Einstellung, brachte mich aber in diesem Moment auch nicht weiter.
Zum Glück fiel mir beim zurückschlendern zum Auto ein Schild mit dem Schriftzug “Accountant” auf. Das Büro war sogar noch geöffnet und machte einen recht kompetenten Eindruck. Laut der Dame an der Rezeption war zwar niemand mehr im Hause mit dem ich hätte sprechen können aber nach hinterlassen meiner Telefonnummer würde sich in den folgenden Tagen jemand bei mir melden.
Darauf bin ich mehr als gespannt
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Hi, wenn das nicht klappt kann ich Dir ein Büro nennen die das für uns machen, arbeite für eine Schweizer Firma, ich denke die können Dir wohl helfen. Steuererklärung ist ja einfach genug, ein Anruf genügt und schon bekommt man hübsch etwas Geld zurück, für Miete, Müll……………
Hallo Stephan, habe heute einen Anruf vom “vielleicht zukünftigen” Steuerberater bekommen. Er wird sich erstmals weitere Informationen bei meinem Arbeitgeber einholen müssen um dann zu entscheiden ob diese Tätigkeit in sein Aufgabengebiet fällt. Klingt für mich fast schon lächerlich, ist aber offensichtlich so. Werde aber sehr gerne auf dein Angebot zurück kommen und mich bei dir per eMail melden sobald ich näheres weiß.
Unglaublich aber war. Heute kam der lang ersehnte Anruf vom Steuerberater(in). Sie hat sich beim Tax Office erkundigt wie “Ich” steuerlich zu handhaben bin. Wir haben gleich für kommenden Dienstag ein Treffen vereinbart um die Situation grob zu umreißen. Es tut sich also was. “Thumbs Up” – Daumen hoch !!!