Nachdem ich mich bis jetzt nur an die Weiterführung der Listen über Preise, Kosten und Ausgaben getraut habe, wage ich mich heute mal an einen richtigen Artikel. Es muss ja für irgendetwas gut sein, das ich angefangen habe das 10-Finger-Schreibsystem zu erlernen.
Hm… gar nicht so einfach wie ich dachte, vor allem wenn man durch die Terrassentür von einer erwartungsvoll schauenden Katze beobachtet wird. Da soll man oder besser gesagt Frau sich konzentrieren können.
Nun gut, auf gehts:
Ich bin jetzt seit ca. 8 Wochen hier in Irland und kann es immer noch nicht richtig glauben. Wer hätte auch je gedacht das ich nach meinem ersten 600 km Umzug noch einmal einen wagen würde und dann auch noch nach Irland. Nun was macht Frau nicht alles für die Liebe. Gut zugegeben es gefällt mir doch recht gut hier, auch wenn ich manches vermisse und mich an andere Sachen erst gewöhnen muß. Mit der Sprache hapert es auch noch etwas, aber ich bin da ganz optimistisch. Ich versuche sich bietende Gelegenheiten zu nutzen, auch wenn ich nicht alles verstehe bzw. die richtigen Worte finde. Markus denkt sich alles mögliche aus damit ich Englisch spreche, nicht immer zu meiner Freude wie ich gestehen muss. So haben wir zum Beispiel einen Grillabend mit Nachbarn und lieben Besuch aus Deutschland veranstaltet. War wirklich schön, aber den ganzen Abend Englisch sprechen strengt echt an. Ich war fix und foxi danach.
Letztens hat er mich dann mit zu unserer Vermieterin genommen und sie hat mich gefragt wie es mir in Dungarvan geht (“How Dungarvan treat you?”). Ich habe kein Wort verstanden und war total gefrustet. Aber wie Markus immer sagt, man kann nicht gleich alles auf einmal.
Ja und im Pub ging es mir genauso. Die haben einen Dialekt hier, das ist echt heftig und dann noch der Geräuschpegel im Pub, na ja vielleicht liegt es ja auch an meinen Ohren. Aber ich habe es überlebt! Genau wie das Postamt. Der nette Mann am Schalter wollt mir unbedingt etwas über mein Paket und die deutsche Post erzählen, habe nicht mal die Hälfte verstanden. Es lag wohl auch daran das er hinter einer Scheibe saß und sehr leise gesprochen hat. War aber trotzdem nett, ich habe etwas blöd und sehr fragend geschaut, er hat alles noch mal genauso leise wiederholt und wir haben es dabei belassen. Ich glaube er wollte mir seine Begeisterung über die Größe und das Gewicht meines Paketes mitteilen. Da es genau an der Grenze zum nächst teureren lag (es hat “nur” 7,90 € gekostet). Und auch die deutsche Post schien es ihm angetan zu haben. Zumindest glaubte ich so etwas herauszuhören. Zum Schluss hat er dann noch seine Deutschkenntnisse ausprobiert und “danke” und “Tschüß” gesagt. Fand ich echt nett! So etwas ist trotz mangelndem Englisch ein schönes Erlebnis und baut auf.
Puh, jetzt ist es doch mehr geworden als ich dachte. Der Tiger sitzt immer noch vor der Tür, so viel Ausdauer muss belohnt werden. Jetzt gibt es Streicheleinheiten. Dann verabschiede ich mich für heute, mal sehen wann die Schreiblust mich wieder packt.