Alles begann vor vielen vielen Monden…. äh, Monaten. Als während eines Gesprächs mit einem irischen Arbeitskollegen das Versprechen zustande kam, mich auf einen gemeinsamen Angelausflug auf seinem Boot mitzunehmen. Natürlich war meine Freude darüber riesig aber auch die Enttäuschung umso größer als die Wochen ins Land zogen und dann keine Rede mehr von einem Fishing-Trip auf der Jolle war. Für mich selbst habe ich dieses Vorhaben bereits abgeschlossen und als “es wird nie stattfinden” abgeschrieben. Bis zum heutigen Tage!
Ganz beiläufig erwähnte eben dieser jene Arbeitskollege, dass er plane, heute am frühen Abend mit seinem Boot in die Bucht von Dungarvan zu fahren um dort zu fischen und ob ich nicht einfach mitkommen möchte. Das Wetter war perfekt, Zeit hatte ich auch und die aufflammende Vorfreude konnten nur ein “Ja” hervor bringen. So traf man sich also am frühen Abend im Hafen von Dungarvan um das kleine aber ausreichende, etwa 4 Meter lange Boot, ins Wasser zu lassen. Gut ausgestattet mit jeglichem Angel Equipment starteten wir, der Bootsbesitzer und Gastgeber Alan, ein weiterer Angel freudiger Arbeitskollege Namens Anthony und ich, der Grünschnabel, hinaus aufs Wasser in die Dungarvan Bay. Vorsorglich hatte ich meine Kamera im Rucksack mitgenommen um die schönsten Momente festzuhalten und war bereits bei der Fahrt zum Angelplatz fleißig mit fotografieren beschäftigt. Kurz darauf musste durfte ich dann meinen Schnappschussapparat gegen eine Angelrute tauschen und sollte die Jagd nach den einheimischen Meeresbewohnern starten. Also, das Blei, mit Haken an Schnur ins Wasser lassen und geduldig warten… tja, damit war es wohl nix. Schon nach weniger als einer Minute zuckte die Angelspitze und ich konnte meine ersten selbst gefangenen Makrelen (englisch: Mackerel) an Land (Boot) ziehen. Ab da hatte mich das Angelfieber gepackt. Es war einfach zu schön, mit dem Boot in der Bucht von Dungarvan, in guter Gesellschaft, umgeben von herrlicher Landschaft und malerischen Klippen, angeln und sogar noch etwas fangen…
Gelegentlich wurde der Motor des Bootes wieder gestartet um an einen anderen Platz zu wechseln, was mir die Möglichkeit gab, Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven zu machen. Es ging vorbei am alten Leuchtturm, raus zum Clonea Strand, an den Klippen entlang und dann einmal quer durch die Bucht rüber zum Head bei Helvick harbour. Nebenbei wurde immer noch ausgiebig die Rute (Angel) ins Wasser gehalten und ich hörte mir Erzählungen von Seehunden, Delphinen und Haien an, welche sich noch gelegentlich hier im Wasser tummeln sollen. Gesehen haben wir an diesem Abend leider keine.
Als die Sonne uns dann noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnte war es Zeit die Heimreise anzutreten. Was das Fischen anging hatten wir mehr als genug gefangen. Etwa 60 Makrelen, welche von Alan bereits fachmännisch filetiert wurden, dazu vier mittelgroße Pollocks und mehrere Katzenhaie (englisch: Dog fish) die aber wieder in die Freiheit entlassen werden konnten. Zurück im Hafen musste das Boot wieder auf den Autoanhänger gezogen werden und schon konnte es mit randvoll gefüllten Plastiktüten nach hause gehen. Wer Fisch fängt möchte natürlich auch Fisch essen.
Wir haben uns dazu entschlossen die 4 Pollocks und etwa 30 Makrelen in den Gefrierschrank zu verfrachten, was für den Winter ausreichen sollte. Ein paar wenige der herrlich grün glänzenden Makrelen-Filets landeten sofort in der Bratpfanne und schmeckten mit ein wenig Salz, Pfeffer und Zitrone einfach nur lecker. Fazit: Ein absolutes Angel-Wasser-Boot-Erlebnis an welchem ich sicherlich jedes mal wieder gerne Teilnehmen würde, auch wenn wir dann vermutlich bald eine zusätzliche Gefriertruhe benötigen.
Und da Bilder bekanntlich mehr sagen können als Worte, hier die Galerie zum Angelausflug


