Mit ‘Müll’ getaggte Artikel

Halloween – als Müllentsorgung oder lieber Traditionell?

Freitag, 30. Oktober 2009

Morgen ist Halloween und nicht alle scheinen dieses Fest traditionell zu begehen. Wie es aussieht werden die alten Traditionen von einigen Menschen für illegale Aktivitäten genutzt.                                                                                                                                            Hierzu haben wir einen kurzen Artikel bei WLR FM gefunden:

Ein Aufruf an den „gesunden Menschenverstand“ in Dungarvan dieses Halloween

“Die Dungarvaner Polizei ist gefragt, das der gesunden Menschenverstand dieses Halloween in Dungarvan die Oberhand behält. An diesem Abend gibt es traditionell drei Freudenfeuer (Bonefire) in der Stadt, am Galgenberg (Gallows Hill), an der alten Bahnstrecke bei Abbeyside und nahe dem Childers Estate. Diese sind oft ein Anziehungspunkt für asoziales Verhalten. Der Stellvertretende Bürgermeister von Dungarvan, Michael Cosgrove gab gekannt, das illegales Müllentsorgen an den Feuern diese Jahr nicht toleriert wird.”

Das lässt erahnen das in den letzten Jahren eben diese Feuer zur Müllentsorgung genutzt wurden. Ich glaube das dies nicht ganz im Sinne der alten Tradition der „Bonefire“ ist.

Um mehr über diese Feuer zu erfahren habe ich ein wenig im Internet gestöbert und folgendes gefunden:

Das Anzünden der großen Feuer geht zurück bis zu den Wurzel von Halloween, dem Fest Samhain an dem das Ende des Sommers und der Beginn der dunklen Zeit gefeiert wurde.                                                                                                                                       Samhain war (ist) das keltische Neujahrsfest und markierte das Ende des alten und den Beginn des neuen Jahres und mit ihm den Beginn des Winters. Junge Leute gingen am Vorabend von Samhain von Haus zu Haus und fragten nach Essensgaben und Kleinholz für das Samhain–Feuer.

Am folgenden Tag, dem traditionellen Samhain, dem 1. November, löschten die Menschen ihre Herdfeuer und versammelten sich im Schein der großen Feuer auf den Kuppen heiliger Hügel, um ihrem Gott zu ehren und Opfergaben dar zu bringen.

Ausgewählte Feldfrüchte und die Knochen von Tieren wurden in den Feuern als Opfergaben verbrannt. Das moderne Word „bonfire“ kommt von dem Wort „bone“ (Knochen), in der Verbindung „Feuer aus Knochen“, was sich auf eben diese Praxis des Verbrennens bezieht.

Persönliche und symbolische Gegenstände wurden ebenfalls verbrannt, als Opfergabe für den Schutz vor Krankheiten und einer schlechter Zukunft.

Bonfire an Halloween

Bonfire an Halloween

Die Kelten die Samhain feierten, glaubten das in der Zeit zwischen dem Ende des alten und dem Beginn des neuen Jahres die Geister sich frei zwischen unserer und der Geisterwelt bewegen konnten. Einige Geister waren gut und wollten den Menschen helfen, andere waren böse und wollten jedem dem sie begegneten Unglück bringen.

Man glaubte das die heiligen Feuer die Kraft besaßen diese bösen Geister zu vertreiben und die Menschen standen eng bei den Feuern, oft in Kostümen mit Tierköpfen und Häuten um die bösen Geister zu täuschen und zu erschrecken und so vor ihnen sicher zu sein.

Bevor die großen Feuer erloschen, war man darauf bedacht etwas glühende Kohle oder Holz zu nehmen und es sicher nach Hause zu bringen, um die Herdfeuer wieder neu zu entzünden. Die Menschen trugen diese glühenden Holzstücken oft in ausgehöhlten Rüben oder Flaschenkürbissen nach Hause, in die sie Gesichter schnitzten, in der Hoffnung das diese Gesichter die bösen Geister vertreiben und und ihnen zu einem sicheren Heimweg verhelfen würden.

Am nächsten Tag wurde die Asche der heiligen Feuer über die Felder verstreut, um sie vor Geistern zu schützen welche die Feldfrüchte verderben lassen wollten.

Da kann man nur hoffen das sich die Iren wieder auf ihre alten Traditionen besinnen und diese nicht durch neue Unsitten, wie Müllverbrennung und ähnliches verkommen lassen. Ich wünsche allen ein schönes Halloween, verbrennt euch nicht die Finger und laßt euch nicht von bösen Geistern fangen.

Der Kampf mit der Müll-Tonne

Mittwoch, 23. September 2009

Das Thema Müll ist in Irland ein ganz besonderes und auch für uns “Neuankömmlinge” eine Sache die geklärt werden musste da sich auch in unserem Haushalt regelmäßig Abfall zur Entsorgung ansammelt. Auf anraten unserer Nachbarn haben wir uns gegen die örtliche Müllabfuhr und für ein privates Unternehmen, mit aussagekräftigem Namen “Mr. Binman”, entschieden. Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt keine Tonne und wussten auch nicht wie man bei der wöchentlichen Abholung integriert wird, welche wirklich dringend war, da sich schon einige Säcke angesammelt hatten.

Erstmal haben wir uns über die Firmen Webseite schlau gemacht, oder es zumindest versucht. Die nützlichen Informationen sind dort, bis auf die Kontakt Info´s der Büro´s, eher rar gesät. Um die lästige Telefonhotline zu umgehen und trotzdem am Müllentsorgungssystem beteiligt zu werden sind wir vor 3,5 Wochen ins 38 Kilometer entfernte Clonmel aufgebrochen um persönlich im Office vorbei zu schauen. Die junge Dame dort machte einen sehr freundlichen und kompetenten Eindruck und nach Angabe unserer Adresse wurde die Anlieferung einer Tonne innerhalb der nächsten 10 Werktage zugesagt.

Als nach 13 Werktagen immer noch keine Tonne bei uns eingetroffen war und bereits mehrere Säcke im Garten lagen entschloss ich mich, den Müllmann (der immer Freitags kommt) anzusprechen um herauszufinden ob es mit der Auslieferung vielleicht Probleme gibt. Er meinte gelassen das es unter Umständen zu einer Verzögerung kommen könnte, ich mir aber keine Sorgen zu machen brauche. Freundlicherweise hat er dann noch einen unserer, bis zum Rand gefüllten, Säcke mit einem Lächeln in seinen Müllwagen geworfen und unseren Garten wieder etwas weniger wie eine Müllhalde wirken lassen.

Um wirklich sicher zu gehen habe ich dann am “Tag 15″ im Büro in Clonmel angerufen um mich in Sachen “Mülltonne” auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Eine nette Stimme entschuldigte sich ganz freundlich für die Unannehmlichkeiten und vertröstete mich auf den kommenden Montag oder Dienstag (Es war bereits Freitag). Wie zu erwarten stand auch an den angekündigten Tagen keine Tonne in unserer Einfahrt. Schade, wirklich schade. Und auch ein wenig ärgerlich. Aber es war ja auch nie die Rede davon, dass die Iren zu den pünktlichsten Menschen auf diesem Planeten gehören.

Doch dann…. Tag 18, unser persönlicher D-Day, ganz unerwartet…. Wir bekommen die Tonne geliefert.
Zusammen mit einem Umschlag der uns freundlich mit den Worten “WELCOME TO Mr. BINMAN” als neue Kunden willkommen heißt.

Mr. Binman Logo
Mr. Binman Logo

Im Umschlag selbst befand sich zum einen eine Rechnung und zum anderen eine Anweisung für den direkten Bankeinzug welche ein wenig Verwirrung in unsere Gesichter zauberte. Vielleicht auch weil der Sticker für die Tonne, der für die Abholung zwingend nötig war, nicht mitgeschickt wurde. Was soll man machen… Ab ins Auto und kurzerhand wieder zu unseren, bereits gut bekannten, Office Damen nach Clonmel gefahren. Nun ging wieder alles gaaaanz einfach. Rechnung wurde bar bezahlt, ein kleiner “PAID” Stempel auf den Beleg und schon bekamen wir einen druckfrischen Aufkleber welcher die Müllabholung bis Dezember 2009 garantiert.

Mr. Binman Aufkleber bis Dezember 2009
Mr. Binman Aufkleber bis Dezember 2009

Auf dieses bedruckte, selbstklebende Stückchen Folie sollte man gut acht geben da der Diebstahl direkt von der Tonne wohl keine Seltenheit in irland ist.

Der Abhol-Service von “Mr. Binman” umfasst aber nicht nur die Tonne sondern man bekommt zusätzlich gratis Säcke für Wiederverwertbares Material. Welche kurz “Mr. Binman Environmental Recyclable Opti-Bags” genannt werden.
Diese sind für Karton, Papier, Plastik Flaschen und Verpackungen, Tetrapacks und Dosen gedacht. Wirklich sehr praktisch !!!
Eine Abholung findet einmal wöchentlich statt.

Ein Jahresbeitrag kostet in etwa € 300 und kann für 12, 6 oder 3 Monate in bar, per Postbill, Lastschrift oder Kreditkarte bezahlt werden.

Wer auch im Süden Irlands lebt und eine Müllabfuhr benötigt kann sich gerne mal bei “Mr. Binman” schlau machen um das nächst gelegene Office herauszufinden. Wir freuen uns jetzt erstmal über unsere neue, schwarze, formschöne 240 Liter Mülltonne und sind glücklich und stolz darüber aktiv am “Waste-Disposal-System” teil nehmen zu dürfen….

Landfill löst Müll-Frage

Samstag, 18. April 2009

Aufgrund meines Job komme ich täglich mit vielen Menschen in Kontakt und speziell Aufgrund der verschiedenen Nationalitäten entwickeln sich immer wieder interessante Gespräche. So auch heute geschehen! In Sachen Ländervergleich landeten wir beim Thema Müll, Recycling und Müllentsorgung. Ich habe dem jungen Mann erklärt, dass es für mich absolut nicht nachvollziehbar ist, dass hier in Irland so viel Müll herumliegt. Dabei handelt es sich nicht nur um kleine Papier Schnipselchen oder ähnliches, es finden sich Kunststoffflaschen, Pizza-Kartons, komplett gefüllte Müllsäcke mit Hausabfällen, Zeitungen, Elektrogeräte und vieles mehr am Straßenrand, auf den Wiesen, am Strand und sogar in den Flüssen und Wäldern. Selbst an Stellen die scheinbar unberührt sind von Menschenhand, weisen Vermüllung in irgendeiner Form auf.

Während des Informationsaustausches viel dann plötzlich das Wort “Landfill“, von welchem mir die Bedeutung nicht bekannt war und ich nachfragte. Der junge Ire erklärte mir, dass es in Irland gang und gebe war (ist) sich den Müllsack und eine Schaufel zu schnappen, damit auf die Wiesen hinaus zu laufen, ein Loch zu graben und den Sack samt Inhalt sauber im Boden einzugraben. Für ihn, und vermutlich viele andere Iren war damit das Thema “Müllproblem / Müllentsorgung” gelöst.

Die glauben doch nicht etwa, dass sich die Plastik Verpackungen und Alufolien in wenigen Monaten komplett aufgelöst haben, oder doch ?

Sowas kann ich echt nicht verstehen und hab mich schwer darüber geärgert und gewundert. Es reicht doch schon, dass der Müll überall auf der Erde liegt, da muss man ihn doch nicht noch Säckeweise eingraben. Die Iren und Bewohner Irlands hatten vielleicht nicht immer die beste Organisation der Müllabfuhr, Abholung und Entsorgung. Auch die Kosten für einen Privathaushalt zum fortschaffen des Kehricht sind vielleicht höher als woanders.

Allerdings rechtfertigt das nicht die Eigeninitiative zum privaten “LANDFILL”.

Falls ich es zeitlich schaffe in den nächsten Tagen ein paar “Müll” Bilder zu machen findet Ihr sie natürlich hier auf AOWOA.

“God save Ireland ! ” said the heroes;
“God save Ireland” said they all.
Whether on the scaffold high
Or the battlefield we die,
0, what matter when for Erin dear we fall ! “

Text-Passage aus dem Song “God save Ireland”
von T.D. Sullivan

Müll ist nicht gleich Müll

Donnerstag, 26. März 2009

Es ist Donnerstag!!!
Meiner Meinung nach der Tag an dem das “kleine grüne Müllauto” durch meine Wohnsiedlung fährt und brav alle Säcke einsammelt und Tonnen entleert. Da ich erst seit wenigen Wochen hier wohne bin ich, was das Thema Müllentsorgung angeht, noch nicht auf dem aktuellen Stand. Aber brav wie ich bin habe ich ja nen Müllsack für € 2,50 im Supermarkt gekauft und fleißig Abfall gesammelt. Der war allerdings jetzt voll. Also was tun?

Hab mich tierisch auf den Tag der Abholung vorbereitet um meine “Bin-Bag” endlich in die richtigen Hände zu übergeben. Nachdem heute Morgen keine Säcke oder Tonnen am Straßenrand standen war ich doch etwas verwirrt. Vielleicht kommen die Müllmänner ja nur alle 2 Wochen? Da ich meinen Müllsack nicht ganz einsam auf den Grünstreifen an der Straße stellen wollte, blieb er also da wo er war. In meinem Garten!

Als ich dann gerade eben vor meinem Laptop sitze und Berichte schreibe höre ich dumpfe Geräusche, eile zum Fenster und sehe den Müllwagen der Firma “Mr. Binman“. Die zwei Müllmänner sammeln eifrig die Säcke und Tonnen ein die, JETZT PLÖTZLICH, überall rumstehen. Ich versteh die Welt nicht mehr.
Wie auch immer…  Hab meinen geschnürten Müllbeutel geschnappt, bin raus damit und wollte ihn mit einem lächeln an den freundlich aussehenden älteren Herrn überreichen. Nachdem er mich für ein paar Sekunden ratlos angesehen hatte, begann er zu erklären, daß ich einen Müllbeutel des “Waterford County Councils” in den Händen halte und er aber für die Firma “Mr. Binman” unterwegs ist. Den staatlichen Waterford County Council Sammelwagen habe ich um 5 Minuten verpasst. “Das Leben ist hart und ungerecht” dachte ich mir…
Aber freundlich wie die Iren sind, hat er meinen Müllsack doch noch mitgenommen.

FAZIT: Auf einen Sack mehr oder weniger kommt es auch nimmer an.