Abtreibung ist in Irland ein brisantes Thema, es gilt ein generelles Abtreibungsverbot (es sei denn es liegt eine Gefährdung für das Leben der Schwangeren vor) und auch der Großteil der Bevölkerung scheint gegen einen Abort zu sein. Trotzdem belegen neueste Zahlen, das letztes Jahr 4500 irische Frauen für eine Abtreibung nach Großbritannien reisten, das sind ca. 12 Frauen pro Tag.
Für den irischen Verband für Familienplanung unterstreichen diese Zahlen die Notwenigkeit einer Änderung des irischen Abtreibungsgesetzes.
Bereits 1992 standen 3 Verfassungsänderungen zur Abstimmung. Hintergrund dafür war der Fall eines 14-jährigen Mädchens das nach einer Vergewaltigung Schwanger wurde und ihrer Mutter gegenüber Selbstmordabsichten äußerte. Da Abtreibung in Irland verboten war, wollte die Familie nach Großbritannien reisen, was aber von Seiten des Gerichts, mittels einer Einstweiligen Verfügung, verhindert wurde.
Ein Änderungsantrag sollte die Abtreibungsrichtlinien verschärfen, indem ein angedrohter Selbstmord einer Schwangeren kein Grund für eine legale Abtreibung darstellen sollte, dieser Antrag wurde abgelehnt.
Die beiden weiteren Anträge traten am 23.12.1992 in Kraft und ermöglichen es seitdem den irischen Frauen sich im Ausland über eine Abtreibung zu informieren und diese auch dort durchführen zu lassen.
Um die Gesetzesänderung durchführen zu können war eine Volksabstimmung notwendig, die folgende Stimmverteilung aufzeigte (bei einer Wahlbeteiligung von 68,2%):
- Verschärfung der Abtreibungsrichtlinien: 34,6% waren dafür, 65,4% dagegen
- Reisefreiheit bezüglich Abtreibung: 62,4% waren dafür, 37,6% dagegen
- Abtreibungsaufklärung: 59,9% waren dafür, 40,1% dagegen
Jetzt würde uns noch eure Meinung zu diesem Thema interessieren:
Hier noch ein kurzer, lesenswerter Artikel zu dem Thema.